Du solltest einer Fachkraft, die auf selbstständiger Basis für dein Unternehmen arbeitet, eine Festanstellung anbieten, wenn die Arbeitsbeziehung die Merkmale eines Angestelltenverhältnisses annimmt, andere rechtliche Risiken entstehen oder langfristige Stabilität mit besserem Schutz der geistigen Eigentumsrechte gewünscht ist.
Die internationale Beschäftigung hat so ihre Tücken. Viele Unternehmen entscheiden sich daher für die einfachste Option und bezahlen ihre Arbeitskräfte im Ausland als selbstständige Auftragnehmer.innen. Leider aber ist die einfachste Wahl nicht immer die richtige – oder die sicherste.
Selbstständige Auftragnehmer:innen sind in vielen Bereichen durchaus üblich, aber Unternehmen dürfen ihre Angestellten nicht einfach als Selbstständige behandeln und bezahlen, nur weil es einfacher ist. Selbstständige und Angestellte haben unterschiedliche Rollen und sind rechtlich klar voneinander abgegrenzt. Wenn du Auftragnehmer:innen in festangestellte Mitarbeiter:innen umwandelst, schützt du dein Unternehmen vor eventuellen Strafen, bietest deinen Arbeitskräften bessere Arbeitsbedingungen und vereinfachst die Zusammenarbeit für beide Seiten.
Remote hilft Unternehmen bei der Festanstellung von Auftragnehmer:innen auf der ganzen Welt. Wenn du mehr über die Vor- und Nachteile einer Umwandlung des Beschäftigungsverhältnisses erfahren möchtest, bietet dir dieser Leitfaden einige wertvolle Ansatzpunkte.
Bei Auftragsverhältnissen müssen Unternehmen besonders gut aufpassen. Wenn sie Mitarbeiter:innen fälschlicherweise als Selbstständige einstufen, drohen hohe Strafen.
Was sind die Vorteile für das Unternehmen?
Der Hauptunterschied im Verhältnis mit Angestellten und Selbstständigen liegt im Ausmaß der Kontrolle durch den Arbeitgeber. Angestellte sind an die Weisungen des Arbeitgebers gebunden, während selbstständige Auftragnehmer:innen selbst entscheiden, wie, wann und wo sie ihre Leistung erbringen.
Scheinselbstständigkeit ist aber nicht das einzige Problem. Selbstständige Auftragnehmer:innen besitzen in den meisten Ländern eine eigene juristische Person, was ihnen gewisse Rechte an ihrer erbrachten Leistungen zusichert. Das kann sogar so weit gehen, dass sie einen Teil oder sogar die gesamten geistigen Eigentumsrechte an der Arbeit behalten, die sie für ein Unternehmen erbracht haben. Das ist schlimm genug bei einem Einzelprojekt, kann sich jedoch bei langfristigen Auftragsverhältnissen zu einem existenzgefährdenden Problem auswachsen.
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Was sind die Vorteile für die Arbeitskräfte?
Ja, in vielen Fällen kannst du Auftragnehmer:innen in Angestellte umwandeln, aber immer im Einklang mit den lokalen arbeitsrechtlichen Bestimmungen, Steuergesetzen und Klassifizierungen für Arbeitskräfte.
Festangestellte Mitarbeiter:innen kosten Unternehmen in vielen Fällen auch weniger Geld. Auch wenn selbstständige Auftragnehmer:innen in der Regel keine Zusatzleistungen erhalten, können Unternehmen langfristig viel sparen, wenn sie ihre Arbeitskräfte besser an sich binden. Diese Ersparnisse lassen sich vielleicht schwer in Zahlen ausdrücken, aber die Auswirkungen auf Stabilität und Produktivität sind sehr real.
Der Vorgang kann sich jedoch als komplizierter erweisen, wenn du Personal in verschiedenen Ländern mit jeweils eigenen Gesetzen und Vorschriften beschäftigst. Natürlich kannst du dich selbst eingehend mit allen einzelnen Details beschäftigen – aber warum machst du es dir nicht einfacher und nutzt eine globale HR-Plattform wie Remote, die den Vorgang effizient und rechtskonform für dich übernimmt?
Anzeichen, dass es an der Zeit ist, Auftragnehmer:innen in Mitarbeiter:innen umzuwandeln
Arbeitgeber profitieren, weil sie Scheinselbstständigkeit verhindern, den Schutz ihres geistigen Eigentums verbessern, die langfristige Stabilität erhöhen und den Teamzusammenhalt stärken.
Manche Menschen bevorzugen die Selbstständigkeit, aber für die meisten überwiegen die Vorteile einer Festanstellung.
Angestellte erhalten eine ganze Reihe von Zusatzleistungen, die Selbstständigen nicht zustehen. In vielen Ländern gibt es bezahlten Urlaub, eine Arbeitslosenversicherung, eine bessere Gesundheitsversorgung, steuerbegünstigte Vorsorgemöglichkeiten und vieles mehr.
Selbstständige, die in ein Angestelltenverhältnis wechseln, erhalten die Gelegenheit, sich in einem unterstützenden Umfeld beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Große Unternehmen mit einer international verteilten Belegschaft müssen sich proaktiv darum kümmern, dass weit entfernte Arbeitskräfte sich nicht benachteiligt fühlen. Wenn du auch deinen Arbeitskräften im Ausland eine Festanstellung anbietest, fühlen sie sich wertgeschätzt und setzen sich stärker für den zukünftigen Erfolg deines Unternehmens ein.
Alle Umstände sind anders. Manchmal sind langfristige Beziehungen zu Auftragnehmer:innen durchaus sinnvoll. Und manchmal sind sie nichts anderes als Vorboten von langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen. Sieh dir die Beziehung mit deinen Auftragnehmer:innen genau an und achte auf die folgenden Anzeichen. Wenn du sie entdeckst, ist es wahrscheinlich an der Zeit, deine Auftragnehmer:innen in Mitarbeiter:innen umzuwandeln.
Kennst du die Gesetze in den Ländern, in denen deine Auftragnehmer:innen arbeiten? Sicher? Der gesetzliche Rahmen ist von Land zu Land unterschiedlich. Wer in den USA als selbstständig gilt, ist das nicht notgedrungen auch im Vereinigten Königreich. Zudem haben viele Länder als Reaktion auf die wachsende Bedeutung der „Gig-Ökonomie“ neue Gesetze verabschiedet. Solltest du feststellen, dass ein Auftragsverhältnis nicht (mehr) gesetzeskonform ist, musst du schnell handeln, um hohe Strafen zu vermeiden.
Selbstständige Auftragnehmer:innen arbeiten auf Projektbasis und spielen im Allgemeinen keine aktive Rolle für das zukünftige Wachstum deines Unternehmens. Selbst Auftragnehmer:innen, denen du einen Retainer zahlst, sind nur für einen bestimmten Zeitraum oder für ein vereinbartes Projektbudget an dein Unternehmen gebunden. Wenn du mit jemanden die Zusammenarbeit vertiefen möchtest, solltest du die Beziehung nach Abschluss des Projekts nicht auslaufen lassen. Biete der Person stattdessen eine Festanstellung an und sichere dir so ihre dringend benötigten Kompetenzen für dein Unternehmen. Du profitierst zudem von einer schnellen Einarbeitung, weil die Person dein Unternehmen schon kennt.
Selbstständige Auftragnehmer:innen haben üblicherweise keinen Anspruch auf Zusatzleistungen oder Benefits. Wenn du ihre Krankenversicherungsbeiträge bezahlen oder ihnen eine betriebliche Altersvorsorge oder bezahlten Urlaub anbieten möchtest, musst du sie zunächst in Mitarbeiter:innen umwandeln. Es gibt wenige Dinge, die besser zur Bindung von Mitarbeiter:innen geeignet sind, als ein attraktives Benefits-Paket.
Wie profitieren Auftragnehmer:innen von einer Festanstellung?
Eine Festanstellung ist in den allermeisten Fällen mit Nebenleistungen, stabileren Arbeitsverhältnissen und weitreichenderem rechtlichen Schutz verbunden.
Selbstständige Auftragnehmer:innen können sich in einem Team von Festangestellten isoliert fühlen. Deine Angestellten können eine Unternehmenskultur leben, die deinen externen Auftragnehmer:innen nicht offensteht. Wenn du sie als Angestellte ins Unternehmen holst, können sich alle deine Arbeitskräfte auf der ganzen Welt im selben positiven Umfeld entwickeln.
1. Du verstößt gegen Gesetze im Land deiner Auftragnehmer:innen.
Wie eingangs erwähnt sind selbstständige Auftragnehmer:innen eigene juristische Personen, die bestimmte Rechte an ihrer Arbeit haben. Natürlich bietet ein sorgfältig ausgearbeiteter Vertrag einen gewissen Schutz für die geistigen Eigentumsrechte deines Unternehmens. Dennoch ist der Schutz viel stärker, wenn das geistige Eigentum von Angestellten produziert wird und nicht von externen Auftragnehmer:innen. In manchen Ländern stehen die geistigen Eigentumsrechte automatisch der Person zu, die die Arbeit produziert. Achte also unbedingt darauf, dass deine Verträge mit internationalen Auftragnehmer:innen wasserdichte Bestimmungen zu geistigem Eigentum enthalten.
2. Bestimmte Auftragnehmer:innen sollen mehr Verantwortung im Unternehmen übernehmen.
Die Honorare von Auftragnehmer:innen sind meist höher als die Gehälter von Festangestellten. Je länger du mit externen Auftragnehmer:innen zusammenarbeitest, desto mehr Geld gibst du aus, das du eigentlich zur Entwicklung interner Kompetenzen nutzen könntest. Trotz durchaus signifikanter Lohnnebenkosten stellen Angestellte in den allermeisten Fällen eine deutlich lohnendere Langzeitinvestition in dein Team dar.
Welche Nachteile bringt eine Festanstellung?
Die Nachteile liegen hauptsächlich in einem höheren Personalverwaltungsaufwand, weitreichenderen rechtlichen Pflichten, längerfristigen Verpflichtungen und zusätzlichen Kosten für Einarbeitung und Arbeitsmittel.
Wie lange ist es her, dass du und dein:e Auftragnehmer:in den Vertrag unterzeichnet habt? Viele Freiberufler:innen arbeiten über Monate oder Jahre Vollzeit für ein Unternehmen, ohne jemals einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Vielleicht entsprechen diese Verträge schon lange nicht mehr den aktuellen Rahmenbedingungen, vor allem seit vielerorts Gesetze verschärft wurden, um den Missbrauch der Gig-Ökonomie zu bekämpfen. Beiderseitiges Einverständnis vorausgesetzt ist die Umwandlung in ein Angestelltenverhältnis eine gute Möglichkeit, das Problem zu lösen.
3. Du möchtest Auftragnehmer:innen Zusatzleistungen bieten.
Auch wenn deine Auftragnehmer:innen eine Verschwiegenheitsvereinbarung oder ein Non-Disclosure Agreement (NDA) unterzeichnen, hast du in den meisten Ländern keine rechtliche Handhabe, um zu vermeiden, dass sie zu einem Mitbewerber wechseln. Das ist ein Problem. Was passiert, wenn jemand, auf dessen Fachwissen und Erfahrung dein Unternehmen angewiesen ist, plötzlich für die Konkurrenz arbeitet? Wenn du mit Auftragnehmer:innen arbeitest, die auch der Konkurrenz sehr nützlich sein würden, binde sie an dein Unternehmen. Sonst macht das früher oder später jemand anders.
Der einfachste Grund zur Umwandlung des Beschäftigungsverhältnisses ist wahrscheinlich auch der beste: die eigenen Wünsche der selbstständigen Auftragnehmer:innen. Manche Menschen bleiben lieber selbstständig und ungebunden, auch wenn ihnen eine tolle Stelle mit einem großartigen Gehalt angeboten wird. Andere sind nur allzu froh, die Risiken der Auftragsarbeit hinter sich zu lassen und stattdessen auf die Sicherheit und Planbarkeit einer Festanstellung zählen zu können. Frage einfach deine selbstständigen Auftragnehmer:innen, ob sie eine Anstellung in Erwägung ziehen würden. Wenn sie „Ja“ sagen, nutze die Chance.
- Krankenversicherung
- Sozialversicherung
- Arbeitslosenabgaben
- Bezahlter Urlaub und Familienzeit
4. Du möchtest deinen Arbeitskräften ein ideale Arbeitsbedingungen bieten.
In den allermeisten Fällen erhalten Angestellte vom Arbeitgeber alle Hilfsmittel, die sie für ihre Arbeit brauchen. Das ist wahrscheinlich auch der Fall, wenn du statt selbstständigen Auftragnehmer:innen eigene Angestellte im Ausland beschäftigst – nur dass du die Arbeitsmittel dann entweder ins Ausland versenden oder vor Ort beschaffen musst. In beiden Fällen ist der logistische Aufwand größer.
5. Das geistige Eigentum deines Unternehmens verlangt mehr Schutz.
Wenn du einer oder einer Auftragnehmer:in eine Festeinstellung anbietest, ist das eine langfristige Investition. Du musst die Person in die Unternehmenskultur integrieren, ihre Fachkenntnisse mit laufenden Schulungen auf dem aktuellen Stand halten und Leistung und Engagement kontinuierlich fördern und überwachen.
6. Du möchtest langfristig Kosten sparen.
Daran führt kein Weg vorbei. Wenn aus Auftragnehmer:innen Angestellte werden, bedeutet das eine tief greifende Änderung der Vergütungsstruktur. Auch über Beförderungen und Gehaltserhöhungen wirst du dir Gedanken machen müssen.
Anzeichen dafür, dass du eine Festanstellung überlegen solltest
Es gibt eine Reihe von Anzeichen, die darauf hinweisen, dass die reine Auftragnehmerrolle nicht mehr sinnvoll ist: etwa wenn die Arbeitsbeziehung seit Langem andauert, wenn die Person immer mehr Verantwortung im Unternehmen übernimmt oder wenn rechtliche Schwierigkeiten oder vielleicht sogar Scheinselbstständigkeit drohen.
Aber jedes Auftragsverhältnis ist anders. Manchmal sind langfristige Auftragnehmerbeziehungen eine saubere, für beide Parteien vorteilhafte Lösung. Und manchmal sind sie nichts anderes als Vorboten langwieriger gerichtlicher Auseinandersetzungen.
Sieh dir die Beziehung mit deinen Auftragnehmer:innen genau an und achte auf die folgenden Anzeichen. Wenn du sie entdeckst, ist es wahrscheinlich an der Zeit, deinen Auftragnehmer:innen einen festen Arbeitsvertrag anzubieten.
7. Die Auftragnehmervereinbarung ist abgelaufen.
Kennst du alle Gesetze, die die Beauftragung von selbstständigen Auftragnehmer:innen in den betroffenen Ländern regeln? Bist du dir sicher? Der gesetzliche Rahmen ist von Land zu Land unterschiedlich. Wer in den USA als selbstständig gilt, ist das nicht notgedrungen auch im Vereinigten Königreich. Zudem haben viele Länder als Reaktion auf die wachsende Bedeutung der sogenannten „Plattformökonomie“ neue Gesetze verabschiedet. Solltest du feststellen, dass ein Auftragsverhältnis nicht (mehr) gesetzeskonform ist, musst du schnell handeln, um hohe Strafen zu vermeiden.
8. Du willst vermeiden, dass deine Auftragnehmer:innen für die Konkurrenz arbeiten.
Selbstständige Auftragnehmer:innen arbeiten auf Projektbasis und spielen im Allgemeinen keine aktive Rolle für das zukünftige Wachstum deines Unternehmens. Selbst Auftragnehmer:innen, denen du einen Retainer zahlst, sind nur für einen bestimmten Zeitraum oder für ein vereinbartes Projektbudget an dein Unternehmen gebunden. Wenn du die Zusammenarbeit mit jemandem vertiefen möchtest, solltest du die Beziehung nach Projektschluss nicht auslaufen lassen. Biete der Person stattdessen eine Festanstellung an und sichere dir so ihre dringend benötigten Kompetenzen für dein Unternehmen. Du profitierst zudem von einer schnellen Einarbeitung, weil die Person dein Unternehmen schon kennt.
9. Ein:e Auftragnehmer:in möchte in eine Festanstellung wechseln.
Selbstständige Auftragnehmer:innen haben üblicherweise keinen Anspruch auf gesetzliche Nebenleistungen und Benefits. Wenn du ihre Krankenversicherungsbeiträge bezahlen oder ihnen eine betriebliche Altersvorsorge oder bezahlten Urlaub anbieten möchtest, musst du sie zunächst in Mitarbeiter:innen umwandeln. Allerdings gibt es Weniges, was besser zur Bindung von Fachkräften geeignet ist, als ein attraktives Benefitspaket.
4. Du möchtest deinen Arbeitskräften bessere Arbeitsbedingungen bieten
Selbstständige Auftragnehmer:innen können sich leicht ausgeschlossen fühlen, wenn alle anderen im Team fest angestellt sind. Angestellte können eine Unternehmenskultur leben, die deinen externen Auftragnehmer:innen nicht offensteht. Wenn du sie als Angestellte ins Unternehmen holst, können sich alle deine Arbeitskräfte auf der ganzen Welt im selben positiven Umfeld entwickeln.
5. Du möchtest deine Rechte am geistigen Eigentum besser schützen
Wie eingangs erwähnt sind selbstständige Auftragnehmer:innen eigene juristische Personen, die bestimmte Rechte an ihrer Arbeit haben. Natürlich bietet ein sorgfältig ausgearbeiteter Vertrag einen gewissen Schutz für die geistigen Eigentumsrechte deines Unternehmens. Dennoch ist der Schutz viel stärker, wenn das geistige Eigentum von Angestellten produziert wird und nicht von externen Auftragnehmer:innen. In manchen Ländern stehen die geistigen Eigentumsrechte automatisch der Person zu, die die Arbeit produziert. Achte also unbedingt darauf, dass deine Verträge mit internationalen Auftragnehmer:innen wasserdichte Bestimmungen zu geistigem Eigentum enthalten.
6. Du möchtest langfristig Kosten sparen
Die Honorare von Auftragnehmer:innen sind meist höher als die Gehälter von Festangestellten. Je länger du mit externen Auftragnehmer:innen zusammenarbeitest, desto mehr Geld gibst du aus, das du eigentlich zur Entwicklung interner Kompetenzen nutzen könntest. Trotz durchaus signifikanter Lohnnebenkosten stellen Angestellte in den allermeisten Fällen eine deutlich lohnendere Langzeitinvestition in dein Team dar.
7. Die Auftragnehmervereinbarung ist abgelaufen oder nicht mehr zeitgemäß
Wie lange ist es her, dass du die Verträge mi deinen Auftragnehmer:innen abgeschlossen hast? Viele Freiberufler:innen arbeiten über Monate oder Jahre Vollzeit für ein Unternehmen, ohne jemals einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Vielleicht entsprechen diese Verträge schon lange nicht mehr den aktuellen Rahmenbedingungen, vor allem seit vielerorts die Gesetze verschärft wurden, um Missbrauch in der Plattformökonomie zu bekämpfen. Beiderseitiges Einverständnis vorausgesetzt ist die Umwandlung in ein Angestelltenverhältnis eine gute Möglichkeit, das Problem zu lösen.
8. Du willst vermeiden, dass deine Auftragnehmer:innen für die Konkurrenz arbeiten
Auch wenn deine Auftragnehmer:innen eine Verschwiegenheitsvereinbarung oder ein NDA unterschreiben, hast du in den meisten Ländern keine rechtliche Handhabe und kannst kaum vermeiden, dass sie zu einem Mitbewerber wechseln. Das ist ein Problem. Was passiert, wenn jemand, auf dessen Fachwissen und Erfahrung dein Unternehmen angewiesen ist, plötzlich für die Konkurrenz arbeitet? Wenn du Auftragnehmer:innen hast, die auch der Konkurrenz sehr nützlich sein würden, hol sie in dein Unternehmen. Sonst macht es die Konkurrenz.
9. Du beauftragst immer wieder dieselbe Person
Auftragnehmer:innen arbeiten üblicherweise auf Projektbasis. Wenn du bemerkst, dass du für deine Projekte immer wieder auf dieselbe Person zurückgreifst, kann es finanziell sinnvoll sein, ihr statt eines Projekthonorars ein festes Gehalt zu zahlen.
10. Du gerätst in die gefährliche Nähe einer Scheinselbstständigkeit
Jedes Land hat seine eigenen Vorschriften und Definitionen darüber, was genau als Angestellter gilt.
Aber fast überall gibt es eine Abgrenzung zur Selbstständigkeit. Wenn offiziell Selbstständige de facto als Angestellte arbeiten, gehst du ein großes Risiko ein. Du riskierst nicht nur Bußen und Strafzahlungen, sondern auch rechtliche Konsequenzen und Nachzahlungen, etwa von nicht geleisteten Nebenleistungen und Benefits.
Hier ist große Vorsicht angebracht. Wenn du Zweifel hast, ist ein Angestelltenverhältnis besser und sicherer.Sprich mit unseren Expert:innen, die dich bei diesem Thema gern unterstützen.
11. Deine Auftragnehmer:innen wünschen sich eine Festanstellung
Der einfachste Grund zur Umwandlung des Arbeitsverhältnisses ist wahrscheinlich auch der beste: Deine selbstständigen Auftragnehmer:innen wünschen es sich.
Manche Menschen bleiben lieber selbstständig und ungebunden, auch wenn ihnen eine tolle Stelle mit einem großartigen Gehalt angeboten wird. Andere sind nur allzu froh, die Risiken der Auftragsarbeit hinter sich zu lassen und stattdessen auf die Sicherheit und Planbarkeit einer Festanstellung zählen zu können.
Frage sie einfach, ob sie eine Anstellung in Erwägung ziehen würden. Wenn sie ja sagen, nutze die Chance.
Selbstständig zu angestellt in 5 einfachen Schritten
Du hast also beschlossen, dass eine Festanstellung die bessere Lösung ist, bist dir aber noch nicht ganz im Klaren darüber, wie der Wechsel vonstatten gehen soll.
Das sind die Schritte, die du befolgen musst:
1. Prüfe die rechtlichen Voraussetzungen
Vergewissere dich, dass die Person, die du einstellen möchtest, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Festanstellung im betreffenden Land erfüllt.
Ein Angestelltenverhältnis ist nur möglich, wenn die Personlegal eingestellt werden darf. Die US-Steuerbehörde IRS hat beispielsweise eine Liste von Kriterien veröffentlicht, die dir bei der Abgrenzung zwischen Angestellten und Selbstständigen helfen können:
- Kontrolle der Leistungserbringung: Wenn das Unternehmen das Recht hat, die präzisen Umstände der Leistungserbringung durch die Arbeitskraft zu steuern und zu kontrollieren, ist von einem Angestelltenverhältnis auszugehen.
- Finanzielle Kontrolle: Wenn das Unternehmen das Recht hat, die finanziellen und geschäftlichen Aspekte der Tätigkeit einer Arbeitskraft zu steuern und zu kontrollieren, ist von einem Angestelltenverhältnis auszugehen. Beispiele dafür wären etwa die Erstattung von Auslagen, die Bereitstellung von Arbeitsmitteln oder die Zahlung eines regelmäßigen Gehalts.
- Art des Arbeitsverhältnisses: Bestimmte Aspekte des Arbeitsverhältnisses können bei der Klassifizierung von Arbeitskräften eine Rolle spielen, etwa empfangene Zusatzleistungen und Benefits, die Dauerhaftigkeit der Arbeitsbeziehung oder das Ausmaß der Auswirkungen der Tätigkeit auf das Unternehmen.
Eine weitere Entscheidungshilfe ist auch dieendgültige Entscheidung vom Januar 2024 des des US- Arbeitsministeriums. In dieser Entscheidung wurden sechs Faktoren definiert, die grundsätzlich alle bei der Klassifizierung von Arbeitnehmer:innen herangezogen werden müssen.
2. Gründe eine lokale Niederlassung oder nutze einen EOR
Um im Ausland jemanden anstellen zu können, musst du im Land mit einer juristischen Person vertreten sein.
Dazu kann dein Unternehmen eine Niederlassung vor Ort gründen, was eine detaillierte Kenntnis der lokalen arbeits- und steuerrechtlichen Bestimmungen voraussetzt. Das ist für viele Unternehmen eine große Hürde.
Wenn dein Unternehmen nicht bereits ein Niederlassung im Land besitzt und auch keine gründen möchte, gibt es eine alternative Lösung: den Employer of Record (EOR). Der EOR hat eine juristische Person im Land und stellt deine Arbeitskraft formal bei sich ein. Dabei übernimmt er alle rechtlichen und administrativen Aspekte der Personalverwaltung. Was er nicht übernimmt, ist die Organisation der Arbeitsleistung des oder der Angestellten. Diese bestimmst nach wie vor du.
3. Unterbreite ein rechtskonformes Angebot
Dein Angebot muss ein angebrachtes Gehalt, gesetzlich vorgeschriebene Nebenleistungen sowie den lokalen Arbeitsgesetzen entsprechende Beschäftigungsbedingungen enthalten.
Darüber hinaus darf es auch freiwillige Benefits umfassen, die jedoch ebenfalls mit den lokalen Gesetzen konform sein müssen. Beschäftige dich also eingehend mit den örtlichen Rechtsbestimmungen zu Themen wie Freistellung, bezahlter Urlaub, Krankenversicherung, Familienzeit und andere Leistungen.
In Costa Ricabeispielsweise erhalten Angestellte im privaten und öffentlichen Sektor per Gesetz ein 13. Monatsgehalt.
4. Setze die Arbeitskraft auf die Gehaltsliste
Nach der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags wird die Person in die Gehaltsliste aufgenommen und erhält regelmäßig ihr Gehalt. Dabei gelten alle lokalen Vorschriften zu Gehaltszahlungen, Steuern und Abgaben sowie zu den behördlichen Meldepflichten.
5. Behalte das lokale Arbeitsrecht im Auge
Sobald eine Festanstellung vorliegt, unterliegt die Arbeitskraft den örtlichen arbeitsrechtlichen Vorschriften hinsichtlich Gehaltszahlungen, Sozialleistungen, Steuern, Urlaub und Kündigung.
Bei der Beschäftigung im Ausland kann der rechtliche Aufwand durchaus signifikant sein. Solange die Person in deinem Unternehmen arbeitet, musst du stets ein Auge auf die Gesetzeslage haben, die sich mancherorts durchaus häufig ändern kann.
Remote kann dir diese Last abnehmen und zuverlässig dafür sorgen, dass dein Unternehmen rechtlich immer auf der sicheren Seite steht – egal wo auf der Welt. Mit Remote bringst du neue Mitarbeiter:innen mit nur ein paar Klicks in dein Unternehmen und kannst rund um die Uhr auf Personal-, Rechts- und Finanzexpert:innen im Land zurückgreifen, wenn du einmal Zweifel hast.
So unterstützt dich Remote bei der Festanstellung von Auftragnehmer:innen
Remote hilft Unternehmen, aus selbstständigen Auftragnehmer:innen fest angestellte Fachkräfte zu machen – mit rechtskonformer Gehaltsstruktur, attraktiven Benefits und einer internationalen Beschäftigungsinfrastruktur, die viele Länder weltweit abdeckt.
Wenn Auftragnehmer:innen in ein Angestelltenverhältnis wechseln, profitieren beide Seiten. Dennoch gibt es einiges zu beachten. Im Ausland ist es einfacher, Auftragnehmer:innen zu bezahlen als Mitarbeiter:innen einzustellen. Das gilt besonders, wenn ein Unternehmen wenig Erfahrung damit hat.
Glücklicherweise macht Remote Festanstellungen einfach, und zwar überall auf der Welt. Mit unseren globalen Personaldienstleistungen und unserer globalen Auftragnehmerplattform hast du die Wahl, was für dein Unternehmen am besten ist. Wir helfen dir bei der Verwaltung und Bezahlung von internationalen Auftragnehmer:innen. Und falls du sie in Angestellte umwandeln möchtest, unterstützen wir dich auch dabei. Gehaltsabrechnung, Zusatzleistungen und Benefits, Steuern und internationale Rechtskonformität – alles ganz einfach mit Remote.
Du möchtest noch mehr über die Festanstellung von Auftragnehmer:innen erfahren? Dann hol dir unseren Leitfaden für die Verwaltung von Auftragnehmer:innen.
Häufige Fragen zur Umwandlung von Auftragnehmer:innen in Angestellte
Passiert es häufig, dass Auftragnehmer:innen in in ein Angestelltenverhältnis wechseln?
Ja, das kommt durchaus oft vor, und zwar vor allem dann, wenn Unternehmen ein rechtliches Risiko im Auftragsverhältnis erkennen oder häufig genutzte externe Expertise formal in das Unternehmen eingliedern möchten. Die Arbeitskraft erhält rechtliche Absicherung und Benefits und profitiert von einer engeren Einbindung in das Unternehmensleben, während der Arbeitgeber langfristig Kosten spart.
Kommt es auch vor, dass Angestellte in ein freies Auftragsverhältnis wechseln wollen?
Ja, manchmal machen sich Angestellte selbstständig, weil sie mehr Selbstbestimmung und Freiheit bei der Wahl der Arbeitszeit und der Arbeitsbedingungen wünschen.
Auftragnehmer:innen genießen größere Freiheiten in Bezug auf Kundenwahl, Arbeitszeiten, Arbeitsvolumen und die generelle Organisation ihrer Tätigkeiten. Es ist natürlich möglich, aus einer angestellten Fachkraft eine selbstständige zu machen, aber auch hier ist auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu achten.
Wann solltest davon absehen, einer selbstständigen Fachkraft eine Festanstellung anzubieten?
Nicht sinnvoll ist eine Festanstellung, wenn die Arbeit tatsächlich rein projektbasiert ist, wenn du die Arbeitskraft nur einmalig oder kurzzeitig benötigst oder wenn die rechtlichen Umstände eine Anstellung nicht erlauben.
Neben den rechtlichen Hürden bedeutet der Wechsel in ein Angestelltenverhältnis einen hohen Aufwand für deine HR und verlangt eine langfristige Verpflichtung zur Einarbeitung und Einbindung in die Unternehmenskultur. Wenn du die Fachkraft weiterhin auf Projektbasis bezahlen möchtest oder ihre Festanstellung aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, ist die Beibehaltung des Auftragnehmerverhältnisses jedenfalls die bessere und sicherere Wahl.
Welche Auswirkungen hat das Arbeitsrecht auf die Umwandlung in ein Angestelltenverhältnis?
Das Arbeitsrecht ist entscheidend dafür, ob eine Festanstellung überhaupt möglich ist, denn es definiert wichtige Kriterien für die Klassifizierung der Arbeitskraft, die Zusatzleistungen, die Steuern und Abgaben sowie den Arbeitnehmerschutz.
Achte vor der Umwandlung darauf, dass alle rechtlichen Kriterien erfüllt sind. Scheinselbstständigkeit ist meist mit sehr hohen Strafen und Bußgeldern verbunden. Wenn es um Arbeitskräfte im Ausland geht, musst du auf die rechtlichen Bestimmungen im betreffenden Land achten.
Was sind die Folgen von Scheinselbstständigkeit in den USA?
Bei nachgewiesenen Fällen von Scheinselbstständigkeit in den USA drohen Bußgelder, Strafen, Steuernachzahlungen und Entschädigungen für nicht ausbezahlte Benefits und Gehälter.
Neben den nationalen Bestimmungen über Scheinselbstständigkeit gibt es auch bundesstaatliche Regelungen. In Washington D.C. wird Scheinselbstständigkeit beispielsweise als Betrugsdelikt verfolgt.