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Was ist Affirmative Action am Arbeitsplatz?

Affirmative Action beschreibt eine Reihe von Verfahren zur Beseitigung der unrechtmäßigen Diskriminierung von Bewerber:innen, zur Behebung der Folgen von Diskriminierung in der Vergangenheit und zur Prävention in der Zukunft. Einfach ausgedrückt: Affirmative Action dient dazu, die Chancengleichheit zu fördern, indem sie bisher marginalisierten oder diskriminierten Gruppen Chancen bietet.

In den USA ist Affirmative Action auf Bundesebene gesetzlich vorgeschrieben. Unternehmen jeder Größe müssen entsprechende Richtlinien für ihr gesamtes Team umsetzen.

Sie müssen faire und integrative Einstellungspraktiken verfolgen, wobei ein reines Lippenbekenntnis nicht genügt. Es kann nötig sein, Stellenbeschreibungen geschlechtsneutral zu formulieren, flexible Arbeitszeiten anzubieten, um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, und sicherzustellen, dass Bewerbungsgespräche von vielfältigen Personen geleitet werden.

Es ist wichtig, Mitarbeiter:innen zu vermitteln, dass Affirmative Action nicht dazu führt, dass weniger qualifizierte Personen bevorzugt werden. Solch eine Richtlinie stellt vielmehr sicher, dass alle Personen unabhängig von ihrem Hintergrund die gleichen Chancen erhalten.

Es kann schwerwiegende Folgen für Unternehmen haben, wenn sie keine Affirmative Action einführen. In den USA können die Strafen je nach Bundesstaat von Geldbußen über Gerichtsverfahren bis hin zum Verlust von Verträgen mit der Bundesregierung reichen.

Jedes Land hat eigene Gleichstellungsgesetze, die Unternehmen kennen und einhalten müssen, wenn sie Mitarbeiter:innen in anderen Ländern einstellen. Lass dich am besten von örtlichen Expert:innen rechtlich beraten oder arbeite mit einem erfahrenen Anbieter von Personaldienstleistungen zusammen.

Beispiele für Affirmative Action

Affirmative Action kann je nach Kontext und Zielen einer Organisation oder Einrichtung auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden. Hier sind einige praktische Beispiele:

Quotensysteme

Quotensysteme werden am häufigsten in der Bildung und für Beschäftigungsverhältnisse eingesetzt. Sie schreiben einen bestimmten Anteil von benachteiligten Personengruppen vor. Das können zum Beispiel ethnische Minderheiten, Ausländer:innen, Frauen oder Menschen mit Behinderung sein. Es geht nicht darum, diese Personen bevorzugt zu behandeln. Vielmehr sollen bestehende Ungleichgewichte ausgeglichen und Diversität gefördert werden.

Unternehmen können Zielvorgaben für die Einstellung oder Beförderung von Mitarbeiter:innen aus bestimmten demografischen Gruppen definieren. Es gibt bestimmte Gruppen, die auch heute noch unterrepräsentiert sind oder besonders hohe systembedingte Hürden überwinden müssen. Als Gegenmaßnahme könnten Unternehmen eine bestimmte Quote für Mitarbeiter:innen aus diesen Gruppen festlegen, um ein Team mit vielfältigen Hintergründen und Perspektiven zu schaffen.

Zugang zu höherer Bildung

Viele Universitäten und Hochschulen in verschiedenen Ländern nutzen Affirmative Action für die Zulassung neuer Studierender. In der Vergangenheit haben US-Hochschulen die ethnische Zugehörigkeit und das Geschlecht als einen Faktor unter vielen betrachtet. 

Im Juni 2023 beendete aber ein bahnbrechendes Urteil des Obersten Gerichtshofs die Ethnizitäts-basierte Affirmative Action für Zulassungsverfahren an Hochschulen. Sie müssen sich jetzt um andere Methoden bemühen, um die Diversität ihrer Studierenden zu fördern.

Quoten für politische Parteien

Viele Länder setzen Affirmative Action auch in der Politik um. Australien hat zum Beispiel ein Quotensystem für politische Kandidat:innen eingeführt. Dieses Gesetz zielt darauf ab, den Frauenanteil in der Regierung zu erhöhen und die historische Unterrepräsentation von Frauen in der Politik auszugleichen.

Die Kandidat:innen von politischen Parteien müssen zu mindestens 40 % je einem der beiden Geschlechter angehören. So stellt das Land sicher, dass es mehr Frauen in Machtpositionen schaffen. In den letzten Jahren haben auch Länder wie Argentinien, Mexiko und Südafrika ähnliche Quotensysteme eingeführt, um Diversität und Repräsentation in der Politik zu verbessern.

Gesetze zur Gleichbehandlung am Arbeitsplatz

Der kanadische Employment Equity Act verpflichtet Unternehmen und Subunternehmen aus dem öffentlichen Sektor, Maßnahmen umzusetzen, um Zugangsbarrieren für Frauen, indigene Personen, Menschen mit Behinderung und „sichtbare“ Minderheiten zu reduzieren. Ihre Belegschaft muss die Vielfalt der kanadischen Bevölkerung widerspiegeln. Das zwingt diese Unternehmen dazu, Affirmative Action umzusetzen, um mögliche Benachteiligungen auszugleichen.

Das Besondere an dem Gesetz ist, dass es nicht auf Gleichheit, sondern auf Gleichberechtigung abzielt. Es erkennt damit an, dass verschiedene Personengruppen unterschiedliche Unterstützung benötigen, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. So kann ein Arbeitgeber zum Beispiel Stellen ausschreiben, die vielfältige Bewerber:innen ansprechen, oder flexible Arbeitsregelungen anbieten, um Menschen mit Behinderung oder Betreuungsverpflichtungen entgegenzukommen.

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