Bericht zur Lage erwerbstätiger Eltern weltweit

Die inklusivsten Elternzeitregelungen weltweit

Erwerbstätige Eltern mit Kleinkindern stehen vor erheblichen Herausforderungen

Die Balance zwischen Beruf und Familie ist weltweit eine Herausforderung. Faktoren wie die Rückkehr ins Büro nach der Pandemie, hohe Inflationsraten und steigende Lebenshaltungskosten haben jüngste Belastungen – sowohl finanziell als auch psychisch – für junge Familien noch verschärft.

Bei Remote wollten wir verstehen, mit welchen typischen Problemen Eltern weltweit konfrontiert sind und welche Massnahmen Unternehmen ergreifen können, um sie besser zu unterstützen. Dafür befragten wir 13.850 erwerbstätige Eltern in 13 Regionen: Deutschland, USA, Vereinigtes Königreich, Schweden, Niederlande, Spanien, Finnland, Belgien, Singapur, Australien, Hongkong und Südkorea. Alle Teilnehmenden waren in typischen Bürojobs tätig und hatten mindestens ein Kind unter fünf Jahren. Die Stichprobe wurde gleichmässig auf Remote-, Hybrid- und Präsenzarbeit verteilt.

Zentrale Erkenntnisse zu globalen Elternzeitregelungen

Am deutlichsten zeigte sich, wie stark sich die verschiedenen Arbeitsmodelle – vollumfänglich remote, hybrid oder vor Ort – in allen Regionen auf finanzielle Belastung, Karriereentscheidungen und die allgemeine Work‑Life‑Balance auswirken. Zudem identifizierten wir Bereiche, in denen Arbeitgeber und Politik arbeitende Eltern am effektivsten entlasten können.

Ausführliche Ergebnisse der untersuchten Regionen

Werfen Sie einen Blick auf die Resultate der einzelnen Regionen und Länder: Welche Zusatzleistungen sind für Eltern am wertvollsten und welcher Kostenfaktor belastet sie am stärksten? Ob in Seoul oder Sydney – vergleichen Sie die Arbeitsbedingungen Ihrer Region mit anderen Teilen der Welt und ermitteln Sie, wie Sie Eltern in Ihrem Team am wirkungsvollsten unterstützen können.

Inhaltsverzeichnis

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Australien

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Belgien

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Finnland

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Frankreich

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Deutschland

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Hongkong

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in den Niederlanden

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Singapur

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Südkorea

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Spanien

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in Schweden

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern im Vereinigten Königreich

Studienergebnisse zu berufstätigen Eltern in den USA

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Australien

Unsere Umfrage unter 1.009 erwerbstätigen Eltern in Australien zeigt, dass besonders Frauen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben unter hoher finanzieller und psychischer Belastung stehen, wenn zusätzlich Kosten für Kinderbetreuung anfallen. Eltern kleiner Kinder wünschen sich vor allem mehr Flexibilität vom Arbeitgeber: 81% würden kündigen, sollten sie mehr Präsenztage im Büro leisten müssen.

70% der Befragten sind der Auffassung, dass Mütter den überwiegenden Teil der Kinderbetreuung übernehmen. In der Folge leiden 92% der Frauen beim Wiedereinstieg unter Angst- und Schuldgefühlen; bei Männern sind es etwa 77%. Zudem geben 55% der Männer an, dass sie ihre Partnerinnen ermutigt haben oder ermutigen würden, ihren Job aufzugeben, weil bezahlbare Betreuungsangebote fehlen. Bei den Frauen liegt dieser Anteil bei lediglich 39%. Die finanzielle Belastung durch Kinderbetreuung führt häufig dazu, dass vor allem Frauen deutliche Einbussen hinnehmen: 61% reduzierten ihre Arbeitszeit und verdienen entsprechend weniger. Bei den Männern beträgt dieser Anteil 47%.

Weitere Ergebnisse:

  • Kosten der Kinderbetreuung: 69% der erwerbstätigen Eltern gaben an, dass ihre Betreuungskosten steigen würden, falls sich ihre Arbeitsbedingungen ändern – etwa bei häufigerem Büroanwesenheit. Fast 70% haben bereits andere Ausgaben zugunsten der Kinderbetreuung reduziert. 57% verblieben in einem besser bezahlten, aber unbefriedigenden Job, um sich die Betreuung leisten zu können.

  • Work‑Life‑Balance: Bei der Stellensuche rangieren nach dem Gehalt (53%) die Work‑Life‑Balance (47%) als zweitwichtigstes Entscheidungskriterium. Rund drei Viertel (74%) berichten von Schuldgefühlen oder Angst, wenn sie für die Kinderbetreuung freinehmen müssen.

Die Studie legt ebenfalls offen, wie Eltern die Rückkehr‑Regelungen nach der Pandemie bewerten: 52% empfinden diese als unfair und 81% geben an, dass sie vermutlich kündigen würden, sollte die Büroanwesenheit zunehmen.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Belgien

Viele erwerbstätige Eltern in Belgien wünschen sich flexiblere Arbeitsmodelle, doch unsere Umfrage zeigt, dass Arbeitgeber auf diese Bedürfnisse häufig nur zögerlich reagieren. Trotz des hohen Personalbedarfs unterstützen nicht alle belgischen Firmen Remote‑Arbeit.

71% der 617 Befragten würden ihre Stelle aufgeben, falls die Anzahl der Homeoffice‑Tage reduziert würde. Das unterstreicht den dringenden Bedarf an flexibleren Arbeitsmodellen, um Familie und Beruf besser zu vereinen.

Die Umfrage beleuchtet zudem die finanziellen und logistischen Belastungen für Eltern in Belgien. Kosten für Kinderbetreuung, inklusive Kita, Transport und Babysitter, summieren sich auf etwa € 700 pro Woche. Das liegt deutlich über anderen Ländern wie Frankreich, wo Eltern durchschnittlich € 492 pro Woche ausgeben.

Wesentliche Ergebnisse:

  • Auswirkungen der Rückkehr an den Arbeitsplatz:Durch die zunehmende Belastung mit der Kinderbetreuung haben 73% der erwerbstätigen Eltern überlegt zu kündigen oder ihre Partner:innen dazu ermutigt.

  • Negatives Feedback am Arbeitsplatz:Über zwei Drittel (77%) berichten von Massregelungen oder negativen Reaktionen, wenn sie wegen eines kranken Kindes oder geschlossener Kita unangekündigt zu Hause blieben.

  • Suche nach Balance:82% der Eltern ziehen in Erwägung, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren und Betreuungskosten zu senken.

Diese Ergebnisse machen deutlich, dass in Belgien dringender Handlungsbedarf besteht, um die Work‑Life‑Balance erwerbstätiger Eltern zu verbessern. Nur 26% der Befragten sind mit ihrer aktuellen Kinderbetreuung zufrieden, was den grossen Bedarf an flexibleren Arbeitsbedingungen unterstreicht.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Finnland

Eine bessere Unterstützung erwerbstätiger Eltern könnte zumindest teilweise dazu beitragen, den chronischen Fachkräftemangel in Finnland zu lindern. Unsere 601 finnischen Teilnehmenden berichten von hohem Druck durch die gleichzeitigen Anforderungen von Beruf und Familie.

Eine deutliche Mehrheit (80%) gibt an, beim Freinehmen für ein Kind Angst oder Schuldgefühle zu empfinden. In vielen Fällen ist diese Sorge berechtigt: 55% fühlen sich diskriminiert oder bei Beförderungen übergangen, weil sie Kinder haben.

Weitere Ergebnisse:

  • Höhere Kosten und Einkommenseinbussen:75% der erwerbstätigen Eltern haben ihre Arbeitszeit reduziert – mit entsprechenden finanziellen Folgen –, weil ausreichende Betreuungsmöglichkeiten fehlen. Ebenso viele sind der Auffassung, dass zusätzliche Bürotage die Betreuungskosten weiter erhöhen würden.

  • Diskriminierung am Arbeitsplatz:55% fühlen sich diskriminiert oder bei Beförderungen übergangen; 74% erfuhren negative Reaktionen, wenn sie wegen ihrer Kinder unangekündigt freinehmen mussten.

  • Negative Folgen der Rückkehr ins Büro:77% berichten, dass Homeoffice‑Regelungen nach der Pandemie teilweise zurückgenommen wurden. Das wirkte sich negativ auf das Familienleben aus, sodass 70% eine Kündigung in Betracht ziehen würden, falls die Homeoffice‑Zeit weiter reduziert würde.

Dennoch geben 87% an, dass ihre Arbeitgeber flexible Arbeitsmodelle unterstützen. Die Umfrage zeigt jedoch, dass diese Unterstützung besser gesetzlich verankert werden sollte: 82% fordern hier Verbesserungen.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Frankreich

Trotz politischer Bemühungen zur Unterstützung erwerbstätiger Eltern kämpfen viele weiterhin mit hohen Betreuungskosten und starren Arbeitsregeln. Unsere Umfrage unter 1.002 berufstätigen Müttern und Vätern zeigt einen klaren Bedarf an mehr Unterstützung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Kosten für Kinderbetreuung sind ein zentrales Problem: Für Kita, Transport und Babysitter geben französische Eltern im Schnitt € 493 pro Woche aus. Das zwingt viele Familien zu Einsparungen bei Grundbedürfnissen. 74% berichten, dass sie bei Arztbesuchen, Lebensmitteln oder Energie sparen, um die Betreuung zu finanzieren. 80% sind überzeugt, dass eine verstärkte Rückkehr ins Büro die Betreuungskosten weiter steigen lassen würde.

Weitere Ergebnisse:

  • Auswirkungen von Arbeitsregelungen auf das Familienleben:71% der Befragten geben an, dass die verpflichtende Rückkehr ins Büro negative Folgen hat. Fast ebenso viele (70,5%) sagten, sie hätten ihre Partner:innen ermutigt, den Job zu kündigen, um die Kinderbetreuung zu übernehmen. 64,5% selbst haben schon über einen Jobwechsel nachgedacht.

  • Wunsch nach Flexibilität und Angst vor Diskriminierung:73% der Eltern haben ihre Arbeitgeber um flexiblere Arbeitszeiten gebeten. Mehr als die Hälfte berichtet, aufgrund ihrer Kinder am Arbeitsplatz diskriminiert oder bei Beförderungen übergangen worden zu sein.

Unsere Umfrage ist auch ein deutlicher Appell an die Politik: 86% sind der Ansicht, dass die Unterstützung erwerbstätiger Eltern gesetzlich besser geregelt sein sollte, und 81% wünschen sich staatliche Zuschüsse für Betreuungseinrichtungen sowie finanzielle Entlastungen für Familien.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Deutschland

Trotz politischer Initiativen zur Flexibilisierung der Arbeit, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bleibt für viele deutsche Eltern Flexibilität noch Wunschdenken. Unsere 1.507 befragten Eltern in Deutschland betonen, dass mehr Unterstützung dringend nötig ist. „Fake“-Flexibilität

Obwohl 84% der Befragten angeben, dass ihre Arbeitgeber auf dem Papier flexible Arbeit unterstützen und damit theoretisch Kinderbetreuung und Beruf vereinbar wären, offenbart ein Blick ins Detail eine andere Realität:

  • 71% der deutschen Eltern empfinden die von Arbeitgebern zugesagte Flexibilität als «Fake», weil Zusagen zu Remote‑Arbeit oder flexiblen Arbeitszeiten häufig nicht eingehalten werden.

  • 79% haben das Gefühl, wegen ihrer Kinder bei Beförderungen oder Karrierechancen übergangen zu werden.

  • 76% erlebten die Rückkehr ins Büro nach der Pandemie negativ – 92% denken darüber nach, sich einen neuen Job zu suchen, sollten sie häufiger ins Büro müssen.

  • 76% berichten von Angst‑ und Schuldgefühlen, wenn sie für die Betreuung eines kranken Kindes freinehmen müssen.

  • 69% wurden bereits zurechtgewiesen oder negativ bewertet, wenn sie wegen eines kranken Kindes oder geschlossener Kita kurzfristig zu Hause blieben.

Darüber hinaus ermutigten 70% der Befragten ihre Partnerin oder ihren Partner, die Arbeitszeit zu reduzieren oder ganz zu kündigen, um sich um die Kinder zu kümmern. 76% selbst haben ihre Arbeitszeit reduziert und Einkommenseinbussen in Kauf genommen.

Flexibilität ist oberstes Gebot

Die einhellige Meinung der befragten Eltern lautet, dass bei der Wahl des Arbeitgebers Flexibilität das wichtigste Kriterium ist:

  • Flexible Zeiteinteilung (35%)

  • Jobsicherheit (28%)

  • Gehalt (28%)

  • Kinderbetreuung bzw. Zuschuss (26,4%)

  • Remote‑Arbeit (26,1%)

Handlungsbedarf in der Politik

Trotz Massnahmen wie einem garantierten Betreuungsplatz ab zwölf Monaten finden viele Eltern weiterhin schwer eine passende Kinderbetreuung. Laut unserer Umfrage baten 70% ihre Partner:innen, den Job aufzugeben. 76% nahmen selbst Einschränkungen bei Arbeitszeit und Gehalt in Kauf, um die Kinder zu betreuen. 78% sind der Meinung, dass der Staat Krippen und Kitas ausbauen sollte. Zusätzlich wünschen sich 83% ein gesetzlich verankertes Recht auf flexible Arbeitszeiten für erwerbstätige Eltern.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Hongkong

Remotes Umfrage unter 1.002 erwerbstätigen Eltern in Hongkong zeigt, wie bedeutend flexible Arbeitszeiten für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind. Flexible Modelle wie Hybrid‑ oder Remote‑Arbeit sind dort sehr gefragt. Den Ergebnissen zufolge sind sie für viele wichtiger als Karrierechancen oder eine 10%ige Gehaltserhöhung. Wesentliche Erkenntnisse:

Flexible Arbeitsbedingungen haben oberste Priorität 86% der Befragten stimmen zu, dass vollständig remote Arbeiten am besten für ihre psychische Gesundheit ist. Für 74% haben hybride Modelle ebenfalls einen positiven Effekt. 87% empfinden jedoch trotz angebotener flexibler Modelle nur «scheinbare Flexibilität». Über 43% der erwerbstätigen Eltern befürchten, ihren Job zu verlieren, wenn sie flexiblere Bedingungen fordern. Das zeigt, dass flexible Arbeitszeitmodelle noch nicht ausreichend akzeptiert oder umgesetzt werden.

Herausforderungen bei der Umsetzung Obwohl fast die Hälfte (42,1%) angibt, dass Arbeitgeber flexible Modelle eingeführt haben, fühlen sich 88,9% bei Beförderungen oder sonstigen Karrieremöglichkeiten benachteiligt. Zudem mangelt es an erschwinglichen Betreuungsangeboten während der Arbeitszeit; 87,6% ziehen deshalb einen Jobwechsel in Betracht.

Auswirkungen auf berufliche Entscheidungen Kinderbetreuung verursacht finanzielle und emotionale Belastungen. 88,8% der erwerbstätigen Eltern reduzierten ihre Arbeitszeit – mit den entsprechenden Einkommenseinbussen –, da erschwingliche Betreuungsmöglichkeiten fehlen. 87% berichten zudem von Schuldgefühlen oder Angst, wenn sie wegen ihrer Kinder freinehmen müssen.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in den Niederlanden

Trotz vieler Unternehmen, die Fachkräfte suchen, macht Remotes Umfrage unter 1.007 erwerbstätigen Eltern deutlich, dass die Teilnahme am Erwerbsleben weiterhin erschwert ist. Über 71% würden ihre Stelle aufgeben, wenn Homeoffice‑Regelungen zurückgenommen würden. Fast 19% berichten von Unverständnis, wenn sie flexiblere Arbeitsbedingungen verlangen. 76% überlegen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren und Betreuungskosten zu sparen.

Wie in vielen Ländern stehen auch niederländische Eltern vor hohen Betreuungskosten: im Schnitt € 723 pro Woche. Das ist deutlich mehr als in Ländern wie Frankreich, wo die Kosten bei € 492 pro Woche liegen.

Weitere Ergebnisse:

  • Auswirkungen der Rückkehr an den Arbeitsplatz:Durch den zunehmenden Druck zur Rückkehr ins Büro haben 65% der erwerbstätigen Eltern überlegt zu kündigen oder ihre Partner:innen dazu ermutigt.

  • Negatives Feedback am Arbeitsplatz:68% berichten von Massregelungen oder negativen Reaktionen, wenn sie wegen eines kranken Kindes oder einer geschlossenen Kita unangekündigt zu Hause blieben.

Nur 28% der Befragten sind mit ihrer aktuellen Kinderbetreuung vollständig zufrieden. Die Mehrheit wünscht sich deutliche Verbesserungen. Nach dem Gehalt sind flexible Arbeitszeiten das zweitwichtigste Suchkriterium, mit geschlechtsspezifischen Unterschieden: Männer achten mehr auf Jobsicherheit und kurze Arbeitswege, Frauen legen stärker Wert auf Flexibilität.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Singapur

Remotes Umfrage unter 1.000 erwerbstätigen Eltern in Singapur zeigt, wie stark flexible Arbeitszeitmodelle Familienplanung und Work‑Life‑Balance beeinflussen. Singapurs seit Jahren sinkende Geburtenrate hat einen neuen Tiefstand erreicht. 89,7% der erwerbstätigen Eltern könnten sich vorstellen, weitere Kinder zu bekommen, wenn es mehr flexible Arbeitsmodelle gäbe. Während die Regierung an einer Richtlinie für flexiblere Arbeitsbedingungen arbeitet, können Arbeitgeber durch besseren Support für Eltern ebenfalls zur Erhöhung der Geburtenrate beitragen. Wesentliche Ergebnisse:

Flexible Arbeitsbedingungen haben oberste Priorität

Laut Studie würden neun von zehn Eltern ihre Familienplanung überdenken, wenn mehr Flexibilität am Arbeitsplatz möglich wäre. Arbeitgeber haben somit einen entscheidenden Einfluss auf die Geburtenrate. 81% sind zudem der Meinung, dass sich Beruf und Familie am besten mit flexiblen, remoten oder hybriden Arbeitsmodellen vereinbaren lassen.

Herausforderungen bei der Umsetzung

56,4% der Befragten geben an, dass ihre Arbeitgeber flexiblere Arbeitsbedingungen zugesagt haben, doch 82,1% empfinden die tatsächlich gelebte Flexibilität als nur scheinbar. Es besteht also eine Lücke zwischen Zusage und Umsetzung.

Auswirkungen auf berufliche Entscheidungen

Kinderbetreuung belastet finanziell und emotional: 82,8% der erwerbstätigen Eltern dachten bereits daran zu kündigen, weil es während der Arbeitszeit keine erschwinglichen Betreuungsangebote gibt. Zudem würden 87,3% die erhöhte Anwesenheitspflicht im Büro als Kündigungsgrund betrachten. Das zeigt, wie wichtig flexible Arbeitsbedingungen für die Bindung qualifizierter Mitarbeitender sind.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Südkorea

In Südkorea ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein anspruchsvoller Balanceakt. Die Ergebnisse unserer Umfrage unter 1.005 Büroangestellten zeigen die Herausforderungen erwerbstätiger Eltern und die Notwendigkeit flexibler Arbeitszeitmodelle.

Erwerbstätige Eltern in Südkorea sind auf flexible Arbeitszeiten angewiesen, um Kinderbetreuung, Schule und weitere Aufgaben zu koordinieren. Flexibilität wirkt sich daher massgeblich auf die Mitarbeiterbindung aus.

  • Für 44% der Befragten waren flexible Arbeitsmodelle der entscheidende Faktor dafür, ob sie ihren Job behalten.

  • Die Zufriedenheit mit der Work‑Life‑Balance ist bei Remote‑Mitarbeitenden am höchsten (65%), bei Hybrid‑Beschäftigten 58% und bei Präsenzarbeitenden nur 49%.

  • Fast drei Viertel (72%) gaben an, dass die verpflichtende Rückkehr ins Büro negative Folgen hatte; Männer wechselten deswegen etwas häufiger den Job (37%) als Frauen (32%).

Finanzielle Belastungen beeinflussen massgeblich Lebensentscheidungen erwerbstätiger Eltern.

  • 58% der Eltern haben bereits darüber nachgedacht, wegen mangelnder Flexibilität den Job zu wechseln.

  • Frauen reduzieren besonders häufig ihre Arbeitszeit (in 35% der Fälle), um Beruf und Kinderbetreuung in Einklang zu bringen; bei Männern sind es 25%.

  • Die beste Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht Remote‑Arbeit: Nur 28% der remote arbeitenden Eltern, aber 45% der Bürokräfte erlitten finanzielle Einbussen wegen der Kinderbetreuung.

Kinderbetreuungskosten sind für erwerbstätige Eltern ein zentraler Entscheidungsfaktor.

  • Etwas mehr als ein Drittel (36%) der Befragten stellen berufliche Ziele hinten an, um die Kosten für Kinderbetreuung zu tragen; Präsenzarbeitende sind mit 40% stärker betroffen als Hybrid‑Beschäftigte (35%) oder Remote‑Mitarbeitende (30%). Remote‑Arbeit erleichtert offenbar die Vereinbarkeit von Betreuungskosten und Karriere.

  • Für 39% der Männer und 34% der Frauen sind Kinderbetreuungskosten der ausschlaggebende Grund für ihre Berufstätigkeit. Männer und Frauen fühlen sich demnach ähnlich verantwortlich, die Betreuung zu finanzieren.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Spanien

Unsere Umfrage unter 1.002 erwerbstätigen Eltern in Spanien zeigt, dass flexible Arbeitszeiten und Remote‑Arbeit an Bedeutung gewonnen haben und fast gleichauf mit dem Gehalt liegen. Dieser Trend spiegelt eine stärkere Priorisierung der Work‑Life‑Balance wider. Zeitliche Flexibilität gilt für viele inzwischen als zwingende Voraussetzung.

Bei der Stellenwahl achten 42,42% der erwerbstätigen Eltern in Spanien auf flexible Arbeitszeiten, knapp gefolgt vom Gehalt (41,82%) und der Möglichkeit, remote zu arbeiten (25,75%). Flexible Zeiten haben damit an Bedeutung gewonnen und sind wichtiger als rein örtliche Homeoffice‑Möglichkeiten. Tatsächlich würden 49,47% ihren Job kündigen, wenn sie öfter ins Büro müssten; fast 19,41% würde sogar ohne alternative Zusage kündigen. Tatsächlich sind flexible Arbeitszeiten für knapp die Hälfte (49,47 %) derart wichtig, dass sie ihren Job kündigen würden, wenn sie öfter ins Büro gehen müssten. Was besonders auffällt: Fast ein Fünftel (19,41 %) würde sogar so weit gehen und auch dann kündigen, wenn sie noch keine andere Stellenzusage hätten.

Weitere Ergebnisse:

  • Unterstützung für flexible Arbeitsmodelle:80,24% der spanischen Erwerbstätigen berichten, dass ihre Arbeitgeber flexible Arbeitsmodelle unterstützen und bei der Organisation der Kinderbetreuung helfen. Unter Beschäftigten mit flexiblen Modellen geben 27,45% an, dass ihnen das die Hausarbeit erleichtert; 27,15% fühlen sich dadurch in der Elternrolle gestärkt.

  • Akzeptanz flexibler Modelle:Mehr als 68% baten ihren Arbeitgeber um flexiblere Bedingungen, doch nur 43% erhielten diese auch.

Obwohl die Gesetzgebung bereits Unterstützungen für erwerbstätige Eltern vorsieht, sind 84,23% der Meinung, dass flexible Arbeitsmodelle gesetzlich besser verankert werden sollten. 74,15% berichten zudem, dass Betreuungsangebote zwar existieren, jedoch schwer zugänglich sind.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in Schweden

Angesichts vieler Unternehmen, die ihre Teams zurück ins Büro holen, steigt auch in Schweden die Forderung nach mehr Flexibilität. Remotes Umfrage unter 602 erwerbstätigen Eltern in Schweden zeigt, wie negativ sich starre Arbeitsbedingungen auf den Alltag auswirken können.

80% berichten, dass sie trotz finanzieller Einbussen ihre Arbeitszeit reduziert haben, um sich um ihre Kinder zu kümmern. 83% erwägen, ihre Arbeitszeit auf 80% zu verringern. Trotz vergleichsweise günstiger Betreuungskosten haben rigide Arbeitsmodelle und negative Haltungen seitens Arbeitgebern deutliche Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden und die Karrierechancen erwerbstätiger Eltern. Weitere Ergebnisse:

  • Psychische Folgen:80,56% der erwerbstätigen Eltern empfinden Angst und Schuldgefühle, wenn sie wegen ihrer Kinder freinehmen müssen, und 79,40% wurden bereits zurechtgewiesen, als sie kurzfristig ein krankes Kind betreuten.

  • Diskriminierung:71,43% haben das Gefühl, aufgrund ihrer Kinder diskriminiert oder bei Beförderungen übergangen worden zu sein.

  • Rückkehr ins Büro:80% geben an, dass die verpflichtende Rückkehr ins Büro nach der Pandemie negative Auswirkungen hatte. Fast ebenso viele (79,40%) berichten von «Fake»-Flexibilität und falschen Versprechen zu Remote‑Arbeit und Gleitzeit.

Nahezu 70% sind der Meinung, dass nur geringe Änderungen nötig wären, um die Situation zu verbessern; flexible Arbeitsmodelle stehen dabei ganz oben. 82,39% wünschen sich eine bessere gesetzliche Verankerung dieser Modelle, und 78,57% baten ihren Arbeitgeber bereits um flexiblere Bedingungen – meist mit Erfolg.

Interessanterweise stehen in vielen Ländern – etwa Finnland, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Niederlande oder USA – grosszügige Elternurlaubsregelungen weit oben auf der Prioritätenliste: Für 15 bis 26% sind sie das wichtigste Kriterium bei der Jobsuche. In Schweden hat dieses Kriterium hingegen null Bedeutung.

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern im Vereinigten Königreich

Wie in vielen Ländern ist der Fachkräftemangel auch im Vereinigten Königreich ein drängendes Problem; erwerbstätige Eltern sind eine wichtige Ressource, die Unternehmen oft nicht voll nutzen. Unsere Umfrage unter 1.501 erwerbstätigen Müttern und Vätern zeigt, dass es Beschäftigten mit Kleinkindern trotz politischer Bemühungen schwerfällt, Vollzeit zu arbeiten.

Mehr als zwei Drittel (70%) geben an, ihren Job aufgeben zu wollen oder bereits aufgegeben zu haben, weil sie keine bezahlbare Kinderbetreuung finden. Die finanzielle Belastung zählt zu den grössten Sorgen britischer Eltern. Über die Hälfte zahlt laut Umfrage mehr als £ 1.600 im Monat für Betreuung – das sind rund 25% mehr als die durchschnittlichen Mietkosten in England.

Weitere Ergebnisse:

  • Unzufriedenheit und Verzicht im Arbeitsleben:73% haben ihre Arbeitszeit stark reduziert, um sich selbst um ihre Kinder zu kümmern, und 70% blieben in schlecht befriedigenden Jobs, um die Betreuung zu finanzieren.

  • Negative Erfahrungen im Büro:63% berichten von Tadel oder negativem Feedback, wenn sie wegen eines kranken Kindes kurzfristig fehlten. Drei Viertel empfinden Angst‑ und Schuldgefühle, wenn sie für ihre Kinder freinehmen müssen; Mütter fühlen sich mit 78% häufiger schuldig als Väter (68%).

Trotz des im April in Kraft getretenen Flexible Work Acts berichten viele von falschen Versprechen bezüglich Flexibilität und Remote‑Arbeit. 65% sprechen von «Fake»-Flexibilität, was zu zusätzlichen und unerwarteten Betreuungskosten geführt hat. 73% befürchten, dass die Rücknahme von Homeoffice‑Regelungen ihre Betreuungsaufwendungen weiter erhöhen würde.

Flexible Arbeitszeiten haben bei der Jobsuche hohe Priorität: Für 37% sind flexible Zeiten am wichtigsten, gefolgt vom Gehalt (35%) und der Arbeitsplatzsicherheit (25%).

Andere Region auswählen

Die Lage erwerbstätiger Eltern in den USA

In den USA versprechen Remote‑ und hybride Modelle mehr Flexibilität und damit eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Unsere Umfrage unter 2.001 erwerbstätigen Eltern zeichnet jedoch ein anderes Bild: Angesichts steigender Inflation und hoher Lebenshaltungskosten ist Karriereplanung mit kleinen Kindern selbst für jene mit gewisser Flexibilität herausfordernd.

Hybrides Arbeiten: Anspruch und Wirklichkeit

Hybridarbeit wird vielfach als optimale Kombination aus Remote‑Arbeit und Büropräsenz angepriesen. Unsere Daten zeigen allerdings, dass Hybridmodelle viele spezifische Herausforderungen mit sich bringen und oft nicht den Erwartungen entsprechen.

  • Eltern in hybriden Modellen berichten am häufigsten (34%) von einer schlechten Work‑Life‑Balance – häufiger als Präsenzarbeitende (31%) und Remote‑Beschäftigte (29%).

  • Knapp zwei von fünf Beschäftigten (39,8%) in Hybridmodellen geben an, die steigenden Betreuungskosten während der Arbeitszeit nur durch Arbeitszeitreduktion ausgleichen zu können. Bei Remote‑ und Präsenzarbeitenden sind es 31,3% bzw. 30,6%.

  • 21,8% würden bevorzugt vollständig von zu Hause arbeiten, um Kinderbetreuung zu organisieren, scheitern jedoch an unflexiblen Arbeitszeiten. Das ist nur wenig weniger als bei Präsenzangestellten (23,2%).

Finanzielle und psychische Belastungen durch «Flexibilität» am Arbeitsplatz

Da fast ein Drittel der US‑Familien wöchentlich mehr als 900 US‑Dollar für Kinderbetreuung während der Arbeitszeit ausgibt, leiden viele unter erheblichen finanziellen und psychischen Belastungen.

  • 40,2% der hybrid und 38,7% der remote arbeitenden Eltern geben an, bei Grundbedürfnissen wie Lebensmitteln, Arztbesuchen und Energie sparen zu müssen, um die Kinderbetreuung zu bezahlen. Bei Präsenzarbeitenden liegt der Anteil bei 36,4%.

  • Zudem berichten 38% der Hybrid‑ und 37% der Remote‑Eltern, dass sie ihre Partner:innen ermutigt haben, ihren Job zu kündigen, um sich um die Kinder zu kümmern. Bei Präsenzarbeitenden liegt dieser Wert deutlich niedriger (28,8%).

  • Trotz zugesagter Flexibilität berichten 77,9% der remote und 71,8% der Hybrid‑Eltern, dass sie wegen beruflicher Verpflichtungen an mindestens drei Tagen pro Woche wichtige Familienmomente verpassen, etwa das Zubettbringen der Kinder. Das ist signifikant mehr als bei ausschliesslich vor Ort Arbeitenden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: ein universelles Problem

Unabhängig vom Arbeitsmodell bleibt die Herausforderung bestehen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

  • Fast ein Fünftel der erwerbstätigen Eltern in den USA denkt darüber nach, ihre Kinder früher einschulen zu lassen, um die hohen Betreuungskosten zu senken. Diese Zahl zeigt, dass das Problem unabhängig vom Arbeitsmodell besteht.

  • Fast ein Viertel der Eltern verschob oder gab die Geburt weiterer Kinder aufgrund beruflicher Anforderungen auf; dieser Anteil ist bei Remote‑Beschäftigten etwas niedriger: 22% im Vergleich zu 25% bei Hybrid‑ und 27% bei reiner Präsenzarbeit. Das deutet darauf hin, dass Remote‑Arbeit trotz finanziellen Drucks eher die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert.

Andere Region auswählen

Fazit

Die Daten dieser Umfrage zeigen klar den Bedarf an massgeschneiderten und flexiblen Arbeitsmodellen, die die diversen Lebenslagen erwerbstätiger Eltern weltweit berücksichtigen. Wir möchten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Ländern aufzeigen, um Dialoge und politische Veränderungen anzuregen, die inklusivere Arbeitsplätze schaffen und erwerbstätige Eltern überall besser unterstützen.